Schreiben an den Regionalverband Ruhr in Essen zum Ideenwettbewerb

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26.06.2013

Idee zum friedlichen Zusammenleben mit den Stadtauben – betreute Taubenschläge

Sehr geehrte Damen und Herren!

Die Taube ist eng verbunden mit der Ruhrgebietsgeschichte, Hier hatten viele Haushalte Taubenschläge. Die gibt es in diesem Sinne kaum noch. Die Stadttaube, ehemals Felsentaube, (daher das Nisten an Häuserfassaden), ist in die Freiheit entlassen. Sie hat kein Zuhause mehr. Durch Anzüchtung über einen sehr langen Zeitraum pflanzt sie sich jetzt das ganze Jahr über fort, auch im Winter. Die Stadttauben – verwilderte Haustauben und verirrte Brieftauben – haben keine Winterpause, wie z.B. die Wildtauben.

Diie Tauben sind in den Schlägen mit Körnern gefüttert worden. Körner und Samen sind ihre ursprüngliche Nahrung. Eng an den Menschen gebunden leben die Tauben jetzt von dessen Abfällen jeglicher Art, auch von Pommes und Döner, in Ermangelung artgerechten Futters, um zu überleben. Dabei haben sie oft tagelang nichts zu trinken. Ihre von über 10 Jahre auf 2 Jahre verkürzte Lebenszeit ist ein Drama für die Tauben .Klaglos gehen sie an zerstörten Organen ein, durch Verhungern, Fehlernährung oder Vergiftung.

Das Besondere an der Taube ist; Sie jammert nie. Unablässig rennt sie nach Futter, um zu

überleben. Sie kann sich gewohnheitsmäßig nur über den Menschen ernähren.

Es gibt im Wesentlichen zwei Trends in unserer Gesellschaft. Eine Gruppe sieht in den Tauben Schädlinge (weil sie sich so stark vermehren und einen flüssigen Kot absondern – durch Fehlernährung) oder lästige Parasiten, weil sie um Futter betteln. Sie wollen der Taube den Status einer Ratte geben, um sie eines Tages so ungefragt zu „entsorgen“.

Eine andere Gruppe entwickelt ein Bewußtsein für die Tiere. Sie will ein solidarisches Verhältnis zu Ihnen. Sie achtet die Tiere und deren Eigenarten. Sie wissen „wir sind alle Gast auf der Erde“. Im Grunde ist die Taube ein Sinnbild für den Gedanken. Der Himmel wird belebt durch den Flug der Taube. Städte ohne Tauben wären öde.

Deswegen wird in vielen Städten ein Kampf um Taubenhäuser geführt. In den betreuten

Taubenschlägen wird das Gelege durch Ei-Attappen ersetzt, die von den Tauben weiter bebrütet werden. Es gibt jedoch keinen Nachwuchs. Die Tauben werden artgerecht gefüttert, der Kot ist nicht mehr flüssig und die Tauben sind weniger auf den Straßen, denn sie halten sich gewohnheitsmäig gern im Taubenschlag auf.

Unsere Idee ist es, daß die Rhrgebietsstädte insgesamt bei der Städteplanung, also auf

Neubauten solche Taubenschläge miteinplanen. Die Stadtverwaltungen sollten insgesamt

ein humanes Miteinander von Mensch und Taube einleiten, also betreute Taubenschläge

zur festen Einrichtung erheben.

Mit Sicherheit adelt es unsere Region, wenn sie als ehemalige Taubenhalterhochburg beherzt ein deutschlandweites Problem mit humanen Mitteln löst in dieser so erfindungsreichen Zeit.

Vom Ruhrgebiet würde ein wärmendes Licht hinausstrahlen.

Mit freundlichem Gruß