Unterbringung von Pflegetauben in der Wohnung

Unterbringung von Pflegetauben in der Wohnung
Durch Krankheit und Verletzungen müssen manche Tauben aufgepäppelt und gesund gepflegt werden. Auch Taubenküken, die von Hand aufgezogen werden, müssen in der Wohnung untergebracht werden bis sie selbstständig sind.
Hier fasse ich mal zusammen, was ihr zu dem Thema wissen solltet.
Für die Unterbringung eignen sich Katzen-und Hundetransportboxen, Kleintierkäfige, Stoffboxen und Gitterkennel für Hunde. Die Größe der vorübergehenden Behausung hängt von dem Gesundheitszustand der Tauben und euren räumlichen Möglichkeiten ab.
Manche Leute bauen sich auch Zimmervolieren und bieten den Tauben somit mehr Platz.
Online kann man auch Moskitonetze für Betten bestellen, die sehr groß sind und den Tauben viel Platz bieten.
Ich verlinke mal ein paar Beispiele (sucht aber bitte einfach in den Kleinanzeigen nach gebrauchten Käfigen und Boxen, das ist wesentlich günstiger und meist wird man schnell fündig):
Eine Taube mit Brüchen sollte wenig Platz zur Verfügung haben und wird am besten für 14 Tage in einer Katzentransportbox unter gebracht. Die Heilung eines Bruchs dauert bei Tauben nur knapp 2 Wochen, danach darf sie mehr Platz bekommen um langsam wieder Muskeln aufzubauen.
Tauben, die schmerzhafte Verschnürungen hatten und wehe Füße haben, sollten einen weichen Käfiguntergrund bekommen. Es bietet sich an, den Käfigboden mit Handtüchern zu polstern und darüber dann Zeitung, Wickelunterlagen oder Küchentücher zu legen, die man wechseln kann, wenn sie verschmutzt sind.
Alle anderen Tauben sollten so viel Platz wie möglich zur Verfügung haben.
Freiflug wäre schön, ist aber nicht immer möglich. Tauben kacken sehr häufig und wir haben vollstes Verständnis, dass man sich das für seine eigene Wohnung nicht wünscht. Da man in der Regeln kranke und verletzte Tauben beherbergt, ist es absolut in Ordnung, wenn die mal ein paar Wochen nicht fliegen können, bis sie genesen sind.
Generell solltet ihr die Boxen und Käfige lieber nicht auf den Boden stellen, weil die Tauben sich da unwohl fühlen. Besser wäre es, wenn ihr die Käfige erhöht auf Tische oder Regale stellt und den Tauben somit ein größeres Sicherheitsgefühl ermöglicht.
Schön wäre auch, wenn die Tauben von ihrem Käfig aus ein bißchen „Aussicht“ haben und was von der Welt mitbekommen.
Einen Teil des Käfigs sollte man mit einem Handtuch abdecken, damit es einen geschützten Bereich gibt.
Aus einem gerollten Handtuch, was man mit Küchentüchern umwickelt, kann man ein gemütliches Nest basteln.
Ein umgedrehter Blumentopf, den man in Zeitungspapier einschlägt, kann ein gern besetzter Aussichtsplatz sein.
Ein Stock kann als Sitzstange dienen. Es eignen sich auch Pflastersteine oder Kanthölzer, Hauptsache sie müssen nicht auf dem Boden sitzen, denn das mögen sie nicht gerne.
Tauben brauchen Futter, Wasser und Grit. Flache Schalen werden schnell durchlaufen und es wird rein gemacht. Zu hohe Gefäße fallen schnell um. Im Fachhandel findet ihr eine Auswahl an geeigneten Näpfen.
Den Käfig sollte ihr nach Bedarf reinigen und das ist mindestens jeden Tag.
Euer Bedarf an Küchenrollen wird steigen. ;)
Wir empfehlen, dass sich alle Leute, die an der Päppelei von Stadttauben interessiert sind, schon mal um die Ausrüstung bemühen um dann ggf. vorbereitet zu sein. Oft kommen die Notfälle sehr spontan und dann wäre es gut, wenn ihr die Grundausstattung schon habt.
Wir leihen euch aber auch was, sofern wir können.
Päppeln ist eine schöne Aufgabe und Päppelstellen sind unerlässlich für unsere Arbeit.
Wir freuen uns über jeden Taubenfreund, der sich als Pflegestelle zur Verfügung stellt.
Auch Haustiere, wie Hunde und Katzen, stellen kein Hindernis dar, sofern man in der Wohnung mehrere Räume und verschließbare Türen hat und die Käfige erhöht aufstellen kann.
Verfasst von Eva-Maria Servatius / Stadttauben Bochum e.V.